Auf dem Papier wirkt Tag 3 freundlich. Auf der Strasse sammelt er trotzdem Körner. Von Pfullendorf nach Memmingen gibt es keinen grossen Pass und keinen einen alles dominierenden Anstieg. Stattdessen fährt sich der Tag wie ein langes Wechselspiel aus Rollen, Drücken, kurz Durchschnaufen und wieder leicht bergauf. Genau das macht ihn tückisch. Die Landschaft wird weiter, grüner und weicher. Wiesen, Felder, kleine Weiher, Einzelhöfe und Dörfer mit Kirchturm begleiten die Route fast durchgehend. Der prägnanteste Anstieg kommt erst in der zweiten Hälfte: gut 5 km und rund 110 m bergauf. Kein Drama, aber genug, um den Puls noch einmal anzuheben. Danach bleibt das Profil lebendig bis Memmingen. Ein Tag, der nicht mit Höhe beeindruckt, sondern mit Rhythmus – und mit diesem stillen, langen Reisegefühl.